
Dynamik gibt es auch außerhalb der Großstadt
Es muss nicht immer München sein, auch in der Metropolregion über die Stadtgrenzen hinaus gibt es reizvolle Hochschulen: Die Hochschule Landshut bietet ein vielfältiges Studienangebot an einem reizvollen Standort, der zudem vor allem vom Wohnraum her bezahlbarer als München ist. Redakteurin Mina von Linstow war vor Ort und hat sich für euch Hochschule und Stadt angesehen.
Die Hochschule Landshut wurde 1978 als Fachhochschule gegründet und ist heute mit sechs Fakultäten, 57 Studiengängen, 42 Laboren und 78 Partnerhochschulen eine mittlerweile auf über 5.000 Studierende angewachsene Hochschule mit exzellentem Ruf. Kein Wunder, dass sie bereits zweimal in Folge zur beliebtesten Hochschule Bayerns auf StudyCheck.de gewählt wurde.
Wer praxisnah studieren möchte, findet dank der engen Kooperationen mit regionalen und überregionalen Unternehmen ideale Bedingungen, wie mir Pressesprecher Florian Striegl erklärt. Die Möglichkeit, in nahezu allen Studiengängen dual studieren zu können, unterstreicht diesen Praxisbezug.
Doch Zahlen, Wachstum und Unternehmenskooperationen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Den anderen versteht man erst, wenn man selbst auf dem Campus ist und ein Gefühl dafür bekommt, wie es sein könnte, an der HAW Landshut zu studieren.
An einem sonnigen Mittwochmorgen heißt mich Florian Striegl willkommen und lässt mich eintreten in die studentische Welt in Landshut. Was mir als erstes auffällt, ist das dominierende Grün der Pflanzen, die generell entspannte Atmosphäre auf dem Campus – und Studierende, die einen grüßen, aufgeräumt und offen wirken. Herrscht hier weniger Druck als in München – oder warum nehme ich diese Freundlichkeit als besonders wahr?
Im Robotics-Labor sitzt ein Student mitten in seiner Bachelorarbeit – und als sein Professor dazukommt, entsteht spontan ein Gespräch, an dem ich ganz natürlich teilhaben darf. Ähnliches erlebe ich in den Simulationsräumen für Hebammenwissenschaft: Ein Student nimmt sich ohne Aufforderung die Zeit, mir alles zu erklären. Nicht weil er muss – sondern einfach so. Dieser Spirit gefällt mir.
„Mein Gefühl: Hier stimmt das Studium und das Leben drumherum“
Dieses familiäre Miteinander beschränkt sich längst nicht auf den Unialltag. Studentische Vereine wie „LA eRacing“ – das Elektrorennteam der Hochschule, das jedes Jahr im Rahmen der Formula Student Electric ein vollelektrisches Rennauto entwickelt – oder „WIngLA“, der Verein der Wirtschaftsingenieure, der mit Firmenvorträgen, Workshops und legendären Semesterpartys für ein Campusleben sorgt, das man so schnell nicht vergisst, zeigen: Hier wird auch neben dem Hörsaal richtig etwas bewegt.
Dazu kommt der Standort selbst. Landshut ist keine anonyme Großstadt, sondern ein lebendiger Ort mit echter Altstadt, kurzen Wegen und einer Vertrautheit, die man in München so nicht findet – und zu deutlich günstigeren Mietpreisen. Wer hier studiert, lebt gut.
Wen es darüber hinaus ins Ausland zieht, ist ebenfalls gut aufgestellt. Mit ihren Partnerhochschulen weltweit bietet die HAW Landshut zahlreiche Möglichkeiten für Auslandssemester, Praktika und Summer Schools – ergänzt durch ein umfangreiches Sprachkursangebot, das den Einstieg erleichtert.
Als ich mich auf den Heimweg machte, drückte mir eine Studentin noch lächelnd einen Flyer in die Hand – Einladung zur nächsten Campusparty. Ein passender Abschluss für einen Besuch, der gezeigt hat: An der Hochschule Landshut stimmt nicht nur das Angebot auf dem Papier, sondern auch die Atmosphäre dahinter.
„Mehr als nur ein Studienstandort“
Was bringt einen von München nach Landshut? Wie ist das Studentenleben? Und: Wurden die Erwartungen erfüllt? Die Studentin Anita (24) berichtet von ihrem Weg.

Hey! Ich bin Anita, 24 Jahre alt, und studiere aktuell „Neue Medien und Interkulturelle Kommunikation“ im 4. Semester an der Hochschule Landshut. Ursprünglich komme ich aus München. In eine fremde Stadt zu ziehen, in der man kaum jemanden kennt, kann gerade am Anfang einschüchternd wirken – doch mittlerweile bin ich mit meinem zweiten Zuhause mehr als happy. Ich möchte erklären, warum das so ist.
Der Umzug in eine kleinere Stadt war anfangs eine Herausforderung, aber ich war überzeugt, dass das Studierendenleben dort unglaublich schön sein kann – und damit hätte ich kaum richtiger liegen können. Die Hochschule empfängt Neuankömmlinge mit offenen Armen, sodass ich mich nie verloren gefühlt habe. Da die meisten Kommilitoninnen und Kommilitonen selbst zugezogen sind, fand ich schnell Anschluss. Dank zahlreicher studentischer Vereine wird es auch außerhalb des Campus nie langweilig – mein Studienalltag bewegt sich zwischen Weinfest, Semester-Opening-Party, Aperol-Stand und gemeinsamen Grillabenden.
Und selbst wenn weniger ansteht, radle ich gerne zur Gretlmühle – einem Naturerholungsgebiet mit See und Liegewiese, nur wenige Minuten von der Uni entfernt. Oder ich sitze mit einem Kaffee in einem der malerischen Cafés der Altstadt, mache einen Spaziergang an der Isar – Landshut lädt einfach zum Verweilen ein. Klar, es gibt keine großen Clubs, aber dafür gemütliche Cafés, eine märchenhafte Burg und die Dönerläden meines Vertrauens, die ich längst mein zweites „Dahoam“ nenne.

„Rückblickend war der Umzug nach Landshut eine meiner besten Entscheidungen“
In erster Linie bin ich natürlich zum Studieren hier. Mit „Neue Medien und Interkulturelle Kommunikation“ habe ich endlich einen Studiengang gefunden, mit dem ich rundum glücklich bin. Besonders gefällt mir die Verbindung aus Medien- und Kommunikationsaspekten: Wir beschäftigen uns intensiv mit der digitalen Welt, besuchen Workshops zu Programmen wie InDesign und Photoshop und beleuchten Medien aus marketingbezogener, medienpsychologischer und pädagogischer Perspektive – inklusive der Risiken von Social Media.
Auf der anderen Seite lernen wir, wie interkulturelle Kommunikation funktioniert: theoretisch fundiert und praktisch erprobt, etwa durch einen digitalen Austausch mit Studierenden aus Kirgistan.
Der Modulplan umfasst außerdem Betriebswirtschaft, einen Informatikeinblick sowie Video- und Schnittkurse. Statt klassischer Klausuren arbeiten wir uns von Projekt zu Projekt – wir haben bereits Kurzfilme gedreht, Fotos gemacht und Drehbücher geschrieben. Die Hochschule stellt professionelles Equipment bereit und bietet ein MediaLab direkt am Campus. Da Interkulturalität ein großer Schwerpunkt ist, gehören auch Sprachkurse dazu: Englisch ist Pflicht, als zweite Sprache stehen Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch, Chinesisch und viele weitere zur Wahl.
Ergänzend können Wahlfächer – sogenannte Studium-Generale-Kurse – wie Schauspiel, Filmdreh oder Unternehmensgründung belegt werden.
Nach knapp einem Jahr habe ich mich mit einer Freundin auf eine 2er-WG im Ritter-von-Schoch-Wohnheim beworben. Wir bekamen relativ schnell eine Zusage und sind seit September 2025 sehr zufrieden dort. Das Wohnheim organisiert Veranstaltungen wie Spieleabende und Tanzworkshops, die das Kennenlernen erleichtern; die kleinen Gemeinschaftsgärten sind im Sommer beliebte Treffpunkte. Preislich liegt es im sehr guten Bereich, und die Hochschule ist zu Fuß in 20 Minuten, mit dem Rad in sieben erreichbar.
Rückblickend war der Umzug nach Landshut eine meiner besten Entscheidungen – der Ort ist für mich längst viel mehr als nur ein Studienstandort.

Landshut als Stadt
Die niederbayerische Kreisstadt, rund 70 Kilometer von München entfernt, überzeugt mit einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädte Deutschlands, der thronenden Burg Trausnitz und der Isar, die sich malerisch durch weitläufige Naherholungsgebiete und idyllische Flussauen schlängelt – und damit zum Abschalten direkt vor der Haustür einlädt.
Wie viele Studierendenwohnheime betreibt das STWNO in Landshut – und wie viele Plätze gibt es überhaupt?
„Das STWNO betreibt in Landshut drei Studierendenwohnanlagen mit insgesamt 550 Wohnplätzen: das Wohnheim in der Ritter-von-Schoch-Straße (211 Plätze) sowie zwei Anlagen in der Bürgermeister-Zeiler-Straße (209 und 130 Plätze). Da die Nachfrage das Angebot regelmäßig übersteigt, empfiehlt sich eine frühzeitige Bewerbung – wer keinen Platz bekommt, findet über die Privatzimmerbörse des STWNO eine alternative Anlaufstelle“ (Nicolas Müller, Öffentlichkeitsarbeit Studierendenwerk Niederbayern/Oberpfalz.