Als Quereinsteiger zum Antriebsbauer

Florian hatte eigentlich eine ganz andere Lehre absolviert und war zwischendrin sogar selbstständig, bevor er bei Fazua in die Produktion eingestiegen ist. Dort fertigt er jetzt E-Bike-Antriebe und fühlt sich im Unternehmen und seinem Team rundum wohl. Ein guter Job für Quereinsteiger?

Eigentlich hatte Florian nach seinem qualifizierten Hauptschulabschluss eine Lehre zum Fließenmosaikleger absolviert, doch dann machte er sich direkt als KfZ-Aufbereiter selbstständig. Anschließend war er wieder im Ausbildungsberuf tätig oder auch als Elektriker auf dem Bau – alles Bereiche, in die er sich immer wieder neu eingearbeitet hat. „Ich mag Abwechslung“, erklärt er mit ruhigem Lächeln, „die finde ich glücklicherweise bei Fazua in der Produktion.“

Seit Oktober 2017 baut Florian dort an den zwei Getriebestufen des Fazua-Antriebs: dem Bottom Bracket und dem Drive Pack. In die Arbeitsabläufe musste er sich komplett neu einlernen. Es habe in etwa einen Monat gedauert, bis er in jedem Arbeitsbereich fit war und komplett eigenständig arbeiten konnte. Dabei ginge es aber von vornherein darum, direkt selbst mit anzupacken. Man bekäme die neuen Schritte gezeigt, probiere sich dann aus und übernähme anschließend direkt die Aufgabe, „um sattelfest zu werden. Man muss einfach einsteigen und es ausprobieren. Jeder hat seine Bereiche und Bottom Brackets zu fertigen ist quasi meiner. Wir arbeiten übrigens von 8 bis 17 Uhr mit kleinen und großen Pausen dazwischen, damit wir immer wieder mal den Kopf frei bekommen und nicht nur auf die Fertigung direkt vor uns starren. Wenn es stressiger ist, geht es auch mal bis 18 oder 19 Uhr.“

Das Bottom Bracket ist der untere Teil des Antriebs, wo im Nachgang die Kurbeln befestigt werden, auch als Tretlagergetriebe bekannt. Es ist am Rahmen befestigt und wird ausschließlich in München gefertigt – aus rund 130 Einzelteilen, die allesamt selbst konstruiert wurden und zum größten Teil aus Deutschland kommen. „Nur einige Spritzgussteile kommen aus Asien und der Motor aus der Schweiz“, ergänzt Florian.

Die verwendeten Einzelteile sind von Fazua selbst entworfen, die Herstellung übernehmen Lieferanten. Damit die Teile aber verbaut werden können, braucht es genauso einzigartiges Werkzeug – das nicht in Serie gefertigt werden kann, weil nur wenige Exemplare benötigt werden. Um diese Situation zu meistern, setzen die Kollegen auf einen hauseigenen 3D-Drucker. Die ersten Erfahrungen mit einem kleineren Modell waren so positiv, dass nun ein größerer in die Werkshalle in Ottobrunn mit einziehen wird. Den Standort zu wechseln war unumgänglich für das junge Unternehmen. „Die Produktion erfordert mehr Platz, um zukünftige Produktionskapazitäten auch wirklich in der gleichbleibenden Qualität erfüllen zu können“, führt Florian aus. Das ist einer der wichtigsten Aspekte der nächsten Monate für Fazua, denn die Zeichen für den evation-Antrieb stehen auf grün: Genaue Zahlen verrät das Unternehmen nicht, das übrigens 2013 gegründet wurde. Doch die Bestellungen wachsen kontinuierlich an und sorgen für eine gesicherte Zukunft für die rund 35 Mitarbeiter von Fazua sowie die Gründer Johannes Biechele, Fabian Reuter, Phillip Kalläne und Sebastian Boß.

Diese rosige Aussicht ist aber nicht der einzige Grund, weswegen Florian sich bei Fazua so wohl fühlt. „Das Gesamtpaket macht den Reiz für mich aus. Vom Chef bis zu jedem einzelnen Mitarbeiter haben wir hier ein top Team. Die Arbeit selbst macht Spaß, das Betriebsklima ist super positiv.“ Fehler dürfen durchaus mal passieren, weil sie eine Quelle sind, um daraus zu lernen und das Unternehmen noch weiter zu verbessern. Insofern schade es übrigens nicht, wenn man sehr gut im prozessorientierten Denken sei, verrät er außerdem. Das Produkt und Fazua selbst würden immer weiter entwickelt, sodass es nie zu einem öden Stillstand kommen könne. Wenn einem Kollegen etwas Verbesserungswürdiges einfalle, gibt er das als Tipp oder Inspiration an die IT oder das Qualitätsmanagement weiter. „Das wird in Ottobrunn noch mal spannend, weil wir die Produktion in neuen Räumlichkeiten auch ganz anders aufbauen können. Das bietet ganz andere Möglichkeiten“, freut Florian sich auf die Herausforderung im Frühjahr 2018. Damit die rundum gelingt, werden bis Anfang April noch zirka 6 neue Kollegen gesucht – und im Laufe des Jahres höchstwahrscheinlich noch bis zu 10 mehr.

Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich über die weiteren Fazua-Artikel ein tieferes Bild vom Unternehmen machen und sich auf der Website selbst direkt über Stellenangebote informieren oder sich direkt bewerben!


In diesem Kurzvideo erklärt Flo übrigens ein wenig genauer, wie der Antrieb zusammengesetzt ist und wieso Fazua ihn als Arbeitgeber überzeugt hat:


Interview, Text und Video von Bettina Riedel.

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