An der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Recht

Von Abgeltung- bis Zweitwohnsteuer – Steuern gehören zu Deutschland, wie die Mass zur Wiesn. Und obwohl es niemand gerne zugibt: Steuern sind notwendig zur Erfüllung staatlicher Aufgaben. Allerdings heißt es in einem Urteil von 1965: „Wer die Pflicht hat, Steuern zu zahlen, hat das Recht, Steuern zu sparen.“ Bürgern, Unternehmen und Vereinen zu zeigen, wie das funktioniert, ist nur eine der zahlreichen Aufgaben des Steuerberaters.

Wer glaubt, dieser Beruf sei eintönig, dem beweist die Praxis ganz schnell das Gegenteil. Wer beruflich lieber eine ruhige Kugel schiebt, ist mit der Steuerberatung also falsch beraten. Denn schon der Weg zum Steuerberater – ob er nun mit Ausbildung oder Studium beginnt – ist zeitaufwendig, arbeitsintensiv und anspruchsvoll. Wer sich da­von nicht abschrecken lässt, den erwartet ein facettenreicher Beruf!

Inhaltlich bewegt sich die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Recht. Deshalb braucht ihr sowohl juristisches als auch ökonomisches Know-how. Analytisches Denkvermögen gehört also ebenso dazu wie der sichere Umgang mit Zahlen. Steuerberater sind serviceorientierte Wegweiser im immer dichter werdenden Dickicht aus komplizierten Vorschriften und einer globalisierten Wirtschaftswelt. Um diesen steigenden Anforderungen gerecht zu werden, werdet ihr euch immer wieder weiterbilden müssen – das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben! Das lohnt sich sehr, denn der Beratungsbedarf nimmt stetig zu und die Berufsaussichten sind gut!

Steuerberater tragen ein hohes Maß an Verantwortung. Ihnen kommt eine besondere Vertrauensstellung zu, denn sie sind täglich mit sensiblen Zahlen und Daten konfrontiert. Wen würdet ihr einen Blick auf euer Konto erlauben und sämtliche Abbuchungen einsehen lassen? Neben der fachlichen Qualifikation ist daher die persönliche Eignung entscheidend. Verschwiegenheit ist genauso wichtig wie Kommunikationsfähigkeit. Denn Steuerberater vertreten ihre Mandanten auch vor den Finanzämtern und Gerichten. Daneben fungieren sie als Mediatoren, Vormund oder Gutachter. Übrigens dürfen Steuerberater selbst nicht vorbestraft sein.

Fazit: Steuerberatung ist mehr als nur Steuererklärungen ausfüllen und ein paar Steuerspartricks anzuwenden. Der korrekte Umgang mit Steuern trägt maßgeblich zum finanziellen Wohl von Privatpersonen, Unternehmen und Vereinen bei. Die Qualität des Steuerberaters kann daher von existenzieller Bedeutung sein!

Auch ohne Studium: Wege zum Steuerberater

Der klassische Weg zum Steuerberaterexamen läuft über ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium. Wer zum Beispiel nach einem BWL-Bachelor in die Berufspraxis einsteigt, muss zunächst drei Jahre Praxiserfahrung sammeln, bis er zum Examen zugelassen wird. Ein Masterabschluss verkürzt die Praxiszeit um ein Jahr. Auch wer eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten abschließt, kann nach zehnjähriger Berufspraxis zum Examen antreten. Wer nach der Ausbildung noch den Steuerfachwirt anhängt, verkürzt die Wartezeit auf sieben Jahre. Immer beliebter wird zudem das duale Studium.

Auch nach dem Steuerberaterexamen sind weitere Qualifikationen möglich und inzwischen sogar üblich. Hierzu zählen der Abschluss als Wirtschaftsprüfer oder eine Spezialisierung zum Fachberater, zum Beispiel für Unternehmensnachfolge.

Weitere Informationen auch auf der Website des Deutschen Steuerberaterbundes.


Praxisbeispiel: DIE LKC-Gruppe

Jedes Jahr starten bei der LKC-Gruppe zahlreiche Schulabsolventen die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten. „In den drei Jahren der Ausbildung sind sie fest in den Kanzleiablauf ihres Standortes integriert. Jeder von ihnen hat einen festen Ansprechpartner beziehungsweise einen Steuerberater an der Seite, der als ‚Mentor‘ fungiert und die fachliche Ausbildung in allen Bereichen begleitet“, sagt Dipl.-Betriebswirt Joachim Heinrich, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Partner bei LKC in Grünwald. Nach der Ausbildung stehen alle Möglichkeiten offen: „LKC unterstützt den Nachwuchs bei der Weiterbildung zum Steuerfachwirt, zum Steuerberater sowie bei einem berufsbegleitenden Studium und allen weiteren Qualifikationsmaßnahmen. Jeder wird entsprechend seiner Wünsche, Ziele und Möglichkeiten gefördert“, so Heinrich.

Auch in der hauseigenen Akademie werden Schulungen durchgeführt: „Neben der fachlichen Fortbildung gehört natürlich auch Weiterbildung bei den ‚Softskills‘ zum Programm“, erläutert Heinrich. Die LKC-Gruppe berät vorwiegend in München und Oberbayern, aber auch in Nürnberg und Berlin in allen Fragen der Wirtschaftsprüfung sowie der Steuer- und Rechtsberatung.

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